Tierarzt - falsche Diagnose..

in Deutsch Community • 2 months ago


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​Ich habe den Kater meines Nachbarn vor dem Einschläfern gerettet – beziehungsweise hat sich das Problem wie ein Wunder von alleine gelöst. Die Tierärztin hat eine Fehldiagnose gestellt, die dem Kater um ein Haar das Leben gekostet hätte. Ich könnte mich jetzt toll fühlen, weil ich so viel recherchiert habe und mit meiner Vermutung recht hatte, aber ich bin erschrocken und frage mich, wie viele Tiere durch Tierarztfehler eingeschläfert werden.

​Der Kater "Bubi" und seine Schwester "Miezi" wohnen gegenüber. Ich habe seit einigen Jahren eine Bindung zu den Katzen, weil sie mich immer begrüßen. Plötzlich sah ich, dass mit dem Kater etwas nicht stimmte: Sein Maul war nicht richtig geschlossen und ich fühlte, dass er wohl Schmerzen hatte. Als er gähnte, sah ich unten neben seiner Zunge eine große Blase, die sogar die Zunge zur Seite drückte. Ich recherchierte daraufhin nach Katzenkrankheiten und Tumoren im Maulraum. Alles Bösartige sah jedoch eher wie ein Geschwür aus, während es bei ihm eine weiße, glatte Blase war. Schließlich fand ich Bilder, die genauso aussahen wie die Stelle bei ihm: Es war eine Speicheldrüsenentzündung, auch Ranula genannt.

​Da das Ding immer größer wurde, konnte er nicht mehr richtig fressen, sah immer schlechter aus und magerte ab. Oben im Haus wohnt der tatsächliche Besitzer, der nie anzutreffen ist, und unten seine sehr alte Mutter, zu der ich regelmäßig Kontakt habe. Ich machte ihr eindringlich klar, dass sie mit ihrem Sohn sprechen muss, damit er zum Tierarzt geht. Ein paar Tage später erzählte sie mir, dass sie beim Tierarzt waren und die Ärztin meinte, man müsse ihn einschläfern lassen, wenn es nicht besser werde. Da war ich total verwirrt und dachte: Wie soll eine Ranula von alleine besser werden? Nach meinen Recherchen muss so etwas aufgeschnitten werden.

​Da man als Tierhalter verpflichtet ist, sich um das Wohl des Tieres zu kümmern, wollte ich bei der Praxis anrufen, bevor ich mich an das Veterinäramt wende – ich glaubte nämlich erst gar nicht, dass sie überhaupt dort gewesen waren. Die Ärztin gab mir tatsächlich Auskunft. Sie bestätigte, dass der Besitzer mit seiner Mutter bei ihr war, behauptete aber, dass es sich um nichts Gutartiges handle. Es sei angeblich schon der komplette Gaumen betroffen und habe mit einer Ranula nichts zu tun. Er werde nur noch palliativ behandelt und dann eingeschläfert. Der Kater hatte vor mir jedoch oft sein Maul aufgemacht oder gegähnt, und der Gaumen war definitiv nicht betroffen – da war nur diese riesige Blase neben der Zunge. Aber klar: Als Laie glaubt man natürlich erst einmal einer Tierärztin.

​Dem Kater ging es immer schlechter. Ich ließ dem Sohn ausrichten, dass er sich bitte eine zweite Meinung einholen und nach einer Speicheldrüsenentzündung googeln solle. Er solle zum Tierarzt im Nachbardorf fahren; dieser könne ihn im Zweifel immer noch einschläfern, aber dann hätte wenigstens noch einmal jemand gründlich ins Maul geschaut. Was für ein komischer Typ – heutzutage googelt man so etwas doch, aber er lässt seine 90-jährige Mutter mit dem schwerkranken Kater alleine.

​Die Wendung: Ich hatte den Kater ein paar Tage nicht gesehen und befürchtete schon, er sei erlöst worden. Doch plötzlich kam er mir neulich am Abend entgegen, um mich zu begrüßen. Sein Maul war wieder geschlossen, sein Magen war gefüllt und als er gähnte, war die riesige Blase neben der Zunge verschwunden! Ich war so froh und dachte, sie hätten sich doch noch eine zweite Meinung eingeholt und das tischtennisballgroße Ding operativ entfernen lassen.

​Als ich die Nachbarin kurz darauf beim Einkaufen traf, freute ich mich für sie und fragte, ob er operiert worden sei. Sie antwortete Nein – dem Kater sei es einfach so wieder besser gegangen. In seltenen Fällen platzt eine solche Speichelblase von alleine. Allerdings kann sie sich erneut bilden, wenn die Speicheldrüse nicht operiert wird. Ich hoffe sehr, dass das nicht passiert.

​Eigentlich war mein Kampf also umsonst, weil sich das Problem von selbst gelöst hat. Dennoch bin ich schockiert darüber, wie hier zwei Faktoren zusammengekommen sind: Ein Besitzer, der sich keine zweite Meinung einholt und nicht recherchiert – selbst wenn die Nachbarin ihn eindringlich darauf hinweist – und eine Tierärztin, die eine völlig falsche Diagnose stellt. Das hätte dem Kater, der erst acht Jahre alt ist, fast das Leben gekostet.

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sowas passiert sehr oft und ich bin jedesmal erschrocken,
schön dass du dich so eingesetzt hast
sollte es wiederkommen weißt du schon mehr als alle anderen
der besitzer sollte sich was schämen,dem armen tier nicht wirklich geholfen zu haben