[DIY] Der letzte Bruder - The Final Brother (DE/EN)
# Der letzte Turtle ist fertig – Raphael macht das Team komplett
*Die englische Version findet ihr nach den Bildern weiter unten.*
Manche Projekte gehen schnell von der Hand. Bei anderen entdeckt man immer wieder eine neue Stelle, die noch etwas Farbe, einen stärkeren Schatten oder ein kleines Detail gebrauchen könnte. Raphael gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie.
Er hat mich deutlich länger beschäftigt, als ich ursprünglich erwartet hatte. Doch nun ist er endlich fertig – und mit ihm ist auch mein Turtle-Team komplett.
Als ich mit der Bemalung begann, war Raphael noch größtenteils grundiert. Die Figur hatte zwar bereits ihre beeindruckende Form, aber von ihrem späteren Charakter war noch nicht viel zu erkennen. Auch die Dach-Base hatte zu diesem Zeitpunkt nur ihre ersten dunklen Farbschichten erhalten.
Mein Ziel war eine raue Szene auf einem alten New Yorker Dach. Hier durfte nichts sauber, neu oder frisch gestrichen aussehen. Der Boden sollte verwittert sein, die Rohre mussten Rost angesetzt haben und auch das Lüftungsgitter brauchte deutliche Spuren von Schmutz und Alter.
Die Base bekam deshalb verschiedene dunkle Braun-, Grau- und Schwarztöne. Anschließend habe ich die Kanten langsam aufgehellt, damit die einzelnen Platten, Risse und Beschädigungen besser sichtbar wurden. Dazu kamen Rostspuren, Schmutz und einige grünliche Verfärbungen.
Besonders viel Spaß machten mir die alten Rohre. Nur eine Metallfarbe hätte sie viel zu sauber und neu aussehen lassen. Deshalb entstanden ihre Oberflächen aus mehreren Schichten mit dunklem Braun, Kupfer, Rost und kleinen metallischen Highlights.
Die Base blieb insgesamt bewusst dunkel. Dadurch sollte Raphael später klar im Mittelpunkt stehen.
Die größte Herausforderung war jedoch seine Haut.
Ein einzelner Grünton hätte die Muskeln und die vielen Details der Figur kaum zur Geltung gebracht. Deshalb begann ich mit sehr dunklen Grün- und Türkistönen. Danach arbeitete ich mich langsam zu den helleren Bereichen vor.
Zwischendurch war ich mir nicht sicher, ob Raphael vielleicht zu dunkel geworden war. Erst durch die helleren Akzente an Gesicht, Schultern, Armen, Händen und Füßen entstand nach und nach die gewünschte Tiefe.
Gerade die kräftigen Schatten passen meiner Meinung nach gut zu ihm. Raphael ist schließlich nicht der ruhige und ausgeglichene Turtle. Seine Haltung wirkt angespannt, aggressiv und jederzeit bereit für den nächsten Kampf.
Nach der Haut folgten die vielen braunen Bereiche. Der Brustpanzer, der Rückenpanzer, der Gürtel, die Schoner und die Lederteile sollten sich voneinander unterscheiden, ohne dass die Figur zu bunt wirkt.
Dafür verwendete ich verschiedene Braun- und Ockertöne. Dunkle Vertiefungen, aufgehellte Kanten und kleine Kratzer sorgten dafür, dass seine Ausrüstung gebraucht und abgenutzt aussieht.
Auch die Bandagen brauchten mehr Arbeit, als man zunächst vermuten würde. Einfaches Weiß wäre viel zu sauber gewesen. Deshalb kamen Beige, Grau und dunklere Washes zum Einsatz. So sammelte sich die dunklere Farbe in den vielen Falten und ließ die Bandagen alt und verschmutzt wirken.
Lange Zeit fehlte noch Raphaels wichtigstes Erkennungsmerkmal: seine rote Maske.
Als das Rot endlich aufgetragen war, veränderte sich die Wirkung der gesamten Figur sofort. Zwischen der grünen Haut, den braunen Lederteilen und der dunklen Base wurde die Maske zum klaren Blickfang.
In diesem Moment stand dort nicht mehr einfach nur ein Turtle.
Jetzt war es Raphael.
Zum Schluss folgten noch die Augen, Zähne, weitere Kratzer, helle Kanten und natürlich seine beiden Sai. Die metallischen Waffen passen perfekt zu seiner dynamischen Haltung. Es sieht fast so aus, als hätte er nur kurz angehalten, bevor er sich in den nächsten Kampf stürzt.
Natürlich könnte man an einer solchen Figur immer noch weiterarbeiten. Hier noch einen Schatten verstärken, dort eine Kante aufhellen oder einen zusätzlichen Kratzer ergänzen. Doch irgendwann muss man den Pinsel zur Seite legen.
Raphael hat mich lange beschäftigt, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Die kräftige Haut, die schmutzigen Bandagen, die abgenutzten Lederteile und das verwitterte Dach ergeben zusammen genau die raue Szene, die ich mir vorgestellt hatte.
Das Schönste daran ist jedoch, dass Raphael der letzte fehlende Bruder war.
Leonardo, Donatello, Michelangelo und Raphael sind endlich vereint.
**Das Turtle-Team ist komplett.**
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# The Last Turtle Is Finished – Raphael Completes the Team
Some projects are completed quickly. Others seem to reveal another area that still needs colour, a stronger shadow or one more small detail every time you look at them. Raphael definitely belonged to the second category.
He took much longer than I originally expected. But now he is finally finished – and with him, my Turtle team is complete.
When I started painting, Raphael was still mostly covered in primer. The impressive shape of the figure was already there, but very little of his final character could be seen. The rooftop base had also received only its first dark layers of colour.
My goal was to create a rough scene on an old New York rooftop. Nothing was supposed to look clean, new or freshly painted. The floor needed to appear weathered, the pipes required rust and the ventilation unit had to show clear signs of age and dirt.
The base therefore received several dark brown, grey and black tones. Afterwards, I slowly highlighted the edges so that the individual panels, cracks and damaged areas became more visible. Rust, dirt and a few green stains were added as well.
I especially enjoyed painting the old pipes. A single metallic colour would have made them look far too clean and new. Their surfaces were therefore built up with several layers of dark brown, copper, rust and small metallic highlights.
The complete base remained deliberately dark so that Raphael would later become the clear focal point. The greatest challenge, however, was his skin.
A single shade of green would never have shown the muscles and all the sculpted details properly. I therefore started with very dark green and turquoise tones before slowly working towards the brighter areas.
At one point, I was not sure whether Raphael had become too dark. Only after adding brighter highlights to the face, shoulders, arms, hands and feet did the desired depth slowly appear.
In my opinion, the strong shadows suit him very well. Raphael is not exactly the calm and balanced member of the group. His pose looks tense, aggressive and ready for the next fight.
After the skin, I worked on the many brown areas. The chest plate, shell, belt, pads and leather parts needed to look different from one another without making the figure appear too colourful.
Several brown and ochre tones were used for this. Dark recesses, highlighted edges and small scratches helped to create the appearance of worn and damaged equipment.
The bandages also required more work than one might expect. Pure white would have looked far too clean. I therefore used beige, grey and darker washes. The darker colour collected in the folds and made the bandages look old and dirty.
For a long time, Raphael’s most important feature was still missing: his red mask.
As soon as the red was added, the entire figure changed. Against the green skin, brown leather and dark rooftop, the mask immediately became the main focal point.
At that moment, he was no longer simply another Turtle. He had finally become Raphael.
The last steps included the eyes, teeth, additional scratches, highlighted edges and, of course, his two Sai. The metallic weapons fit his dynamic pose perfectly. It almost looks as though he has only stopped for a brief moment before jumping into the next fight.
A figure like this could probably be worked on forever. There is always another shadow that could be strengthened, another edge that could be highlighted or another scratch that could be added.
But eventually, the brush has to be put down.
Raphael kept me busy for a long time, but the work was worth it. The strong skin tones, dirty bandages, worn leather and weathered rooftop create exactly the rough atmosphere I had imagined.
The best part, however, is that Raphael was the final missing brother.
Leonardo, Donatello, Michelangelo and Raphael are finally together.
**The Turtle team is complete.**
Hornet on Tour
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Photo: Hornet on Tour
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Veröffentlicht mit Welako






