The door remains open / Die Tür bleibt offen

in Dream Steem9 days ago (edited)

Deutsch im Anschluß…

I miss the wonderful authors who enriched our Community for a while. I look back on some of them with real nostalgia and worry about their well-being. But isn’t that part of what a community is all about?

The door remains open

There are,
in every little world,
not only walls,
but doors.
And some will leave
because they no longer like it,
no longer like it –
no:
because the roads lead on.

They leave quietly.
Or loudly.
With one last,
great
word.
With thunder.
Defiance.
With a door slammed shut.
And sometimes
someone leaves
whom you had believed,
only that morning:
They'll stay.

And suddenly,
there is this empty space.
A name is missing.
A picture.
A sentence.
And somewhere
among all the familiar voices,
a small piece of silence
appears –
one nobody invited.

But silence
does not stay empty for long.
Then new people come.

At first,
you recognize them
because they still ask
what the others
stopped explaining
long ago.
They do not know
the old battles,
the legendary arguments,
the names of those great spirits
whom only some
still remember.

They step inside.
And sometimes
the old crowd thinks:
Who are you?

But then,
one day,
this stranger writes a sentence
that stays.
And suddenly,
they are one of us.

That is how a community grows –
not because everyone stays,
but because,
again and again,
someone dares
to come in.

And then –
sometimes,
years later –
the door opens again.

A name appears.
An old name.
One that some
have long forgotten,
while others
never truly lost it.

And someone says:
"You're back!"

As though time
had only paused
for a moment.

But returning
is not always
coming home.

For those who left
have seen other roads
out there.
And those who stayed
have not stood still,
either.

You recognize each other again
and yet,
at the same time,
you are still searching
for one another.

What remains?
What has changed?
Which wounds
have become
stories
by now?

And sometimes,
it fits again.
Not as it once did.
Perhaps better.
More honest.

But sometimes
you realize this too:
A place can belong
to your memories
without still being
a place
you can live in.

That,
too,
is not betrayal.

For a community
is not a museum
where everyone
gathers dust
in their old place.

It is a railway station
without a timetable.

Trains arrive.
Trains leave.
Some stay
for only one stop.
Some travel away
and return years later,
carrying different luggage
and new stories.

And some names
are never called again.

But somewhere
between farewell
and welcome,
between
"I'm sorry to see you go"
and
"I'm glad you're here",
between what is old
and missing
and what is new
and still unfamiliar –
there,
it lives.

This strange,
contradictory,
wonderful
community.

Not because
no one ever leaves.
But because
it keeps going
anyway.

With open doors.
With empty chairs.
With new voices.
With old ghosts.

And sometimes –
completely unexpectedly –
someone knocks,
someone
you had long ago
believed
to be gone.

Then someone
pulls up a chair
and says:
"Sit down.
Tell us.
What have you seen?"

At home, 9th of September 2026

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Deutsche Version:

Ich vermisse wunderbare Autoren, die unsere Community eine Zeit lang bereichert haben. An einige denke ich regelrecht wehmütig zurück, mache mir Sorgen über ihr Wohlergehen. Aber gehört nicht auch das zu einer Community?

Die Tür bleibt offen

Es gibt in jeder kleinen Welt
nicht Mauern nur, es gibt auch Türen.
Und manche gehen, weil es ihnen
nicht mehr gefällt, nicht mehr gefällt –
nein: weil die Wege weiterführen.

Sie gehen leise. Oder laut.
Mit einem der letzten großen Worte.
Mit Donner. Trotz. Mit zugeschlagener Pforte.
Und manchmal geht auch einer fort,
bei dem man morgens noch geglaubt hat:
Der bleibt.

Dann ist da plötzlich dieser Platz.
Ein Name fehlt.
Ein Bild.
Ein Satz.
Und zwischen all den alten Stimmen
entsteht ein kleines Stückchen Schweigen,
das niemand eingeladen hat.

Doch Schweigen bleibt nicht lange leer.
Dann kommen Neue.

Zuerst erkennt man sie daran,
daß sie noch fragen, was die anderen
schon längst nicht mehr erklären.
Sie kennen nicht die alten Schlachten,
die legendären Kommentare,
die Namen jener großen Geister,
die heute nur noch manche kennen.

Sie treten ein.
Und manchmal denkt die alte Runde:
Wer bist denn du?

Doch irgendwann
schreibt dieser Fremde einen Satz,
der hängen bleibt.

Und plötzlich ist er einer von uns.

So wächst Gemeinschaft –
nicht dadurch, daß alle bleiben,
sondern dadurch, daß immer wieder
jemand wagt, hereinzukommen.

Und dann –
nach Jahren manchmal –
öffnet sich die Tür erneut.
Ein Name taucht auf.
Ein alter Name.
Einer, den manche längst vergessen,
andere niemals ganz verloren haben.

Und jemand sagt:
„Du bist ja wieder da!“

Als hätte die Zeit nur kurz gewartet.

Doch Rückkehr ist nicht immer Heimkehr.

Denn wer gegangen ist,
hat draußen andere Wege gesehen.
Und wer geblieben ist,
ist ebenfalls nicht stehen geblieben.

Man erkennt sich wieder
und sucht sich doch zugleich.

Was ist geblieben?
Was ist anders?
Welche Wunden sind inzwischen
zu Geschichten geworden?

Und manchmal passt es wieder.
Nicht wie früher.
Besser vielleicht.
Ehrlicher.

Manchmal aber merkt man auch:
Ein Platz kann in Erinnerung gehören,
ohne daß man ihn noch bewohnen kann.

Auch das ist kein Verrat.

Denn eine Community ist kein Museum,
in dem jeder Mensch
an seinem alten Platz verstaubt.

Sie ist ein Bahnhof ohne Fahrplan.
Züge kommen.
Züge gehen.
Manche bleiben nur eine Station.
Manche fahren davon
und kehren Jahre später zurück,
mit anderem Gepäck
und neuen Geschichten.

Und manche Namen
werden nie wieder aufgerufen.

Aber irgendwo
zwischen Abschied und Willkommen,
zwischen „Schade, daß du gehst“
und „Schön, daß du da bist“,
zwischen dem Alten, das fehlt,
und dem Neuen, das noch fremd ist –
dort lebt sie.

Diese seltsame, widersprüchliche,
wunderbare Gemeinschaft.

Nicht weil niemand sie verlässt.
Sondern weil sie trotzdem weitergeht.
Mit offenen Türen.
Mit leeren Stühlen.
Mit neuen Stimmen.
Mit alten Geistern.
Und manchmal –
ganz unverhofft –
klopft jemand an,
den man längst
für verschwunden hielt.

Dann rückt jemand einen Stuhl heran
und sagt:
„Setz dich.
Erzähl.
Was hast du erlebt?“

Zu Hause, 9. September 2026

Sort:  

Ist schon ein interessantes Phänomen , das Kommen und Gehen , und am meisten lässt !sich am Gehen ablesen , weil damit das Kommen erklärt wird , wenn !es keinen Grund zum Bleiben gegeben hat ?
Aber so textbasierter Kram könnte tropsehm die Nische sein , in der die Eyai nicht alles abmäht , braucht aber auch die dementsprechenden Aufmerksamkeitsspannen , beim Produzieren und auch beim "Konsumieren" .

Da spricht eine personifizierte Konstante ;-)))

Ernsthaft: so krass konsequent wie Du zieht das hier kaum jemand durch. Bist Du nie demotiviert oder hast einfach die Nase gestrichen voll...? Du machst das vor allem für Dich selber, schon klar. Aber so eisern...

Höhö , irgendwie kommt meist eher was dazu , als dass was reduziert wird , die Lücken voll zu bekommen ist normalerweise ohne Anstrengung möglich .
Was Fleiß kostet das sind die Korrekturen, weil das Tippen schon recht schnell ist , aber ebent auch recht unsauber .
Der Bilderkram ist schon ziemlich automatisiert , #uff , ja , dank den codenden Eyai´s .

u.

This BOOMING vote is yours and well deserved!
❤️🍀

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Schön, irgendwie schön und gleichzeitig bisschen wehmütig, in Gedanken an die Namen, die nicht mehr aufgerufen werden.

Tja... Ihr kennt alle Steemians, mit denen man sich einfach gut ausgetauscht hat. Und dann waren da richtig feine Kontakte, wo man Bescheid weiß, in welchen Situationen jemand festgesteckt hat. Ich mache mir da durchaus öfter Gedanken, wenn man so gar nichts mehr hört. Liest. Der Steem ist halt ein Dorf für sich ;-))

What a beautiful poem! It perfectly captures this strange virtual world we are looking into. Some stay, others leave, but when they return it's as if no time had passed at all.

Sometimes we don't believe a platform can last and we look for other ways to connect. And sometimes we're just a nickname we let rest.

... and a bit like real life, too. People come, people go. That doesn’t mean they’re gone – they’re just somewhere else. That’s okay. Sometimes you don’t want to stay where you are. Sometimes circumstances force you in directions you don’t like at all. And sometimes the path turns out to be a circle... ;-))

Yes, sometimes we are like rolling stones in a world full of parallel paths. 😊

Oops... Do you think that’s how the Rolling Stones got their name back in the 60s...?

Who knows, but that name really has magnetism. And I'm not even a fan; my parents never liked rock music. It's strange, because they're from that era!

Imam happy with those returning back here, it feels like back then, but if it comes to real life Indon't believe that ever happened to me. Just farewell or leaving in silence.

This BOOMING vote is yours and well deserved!
❤️🍀

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A community like this is like having a warm place that we can always go back to and yet it feels like home

Exactly that's the idea! Welcome to family ;-))

This BOOMING vote is yours and well deserved!
❤️🍀

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Very very good!!!!