𝗥𝗘𝗞𝗢𝗥𝗗𝗠𝗢𝗡𝗔𝗧 𝗔𝗨𝗚𝗨𝗦𝗧

in #deutsch17 days ago

𝟴𝟮 𝗕𝗘𝗦𝗧𝗘𝗟𝗟𝗨𝗡𝗚𝗘𝗡, 𝟴𝟯 𝗕Ü𝗖𝗛𝗘𝗥 𝗨𝗡𝗗 𝗜𝗡𝗦𝗚𝗘𝗦𝗔𝗠𝗧 𝗦𝗖𝗛𝗢𝗡 𝟮𝟳𝟯 𝗩𝗘𝗥𝗞𝗔𝗨𝗙𝗧! 📚

Ich kann es selbst kaum fassen: Im August sind 82 Bestellungen mit insgesamt 83 Büchern eingegangen. Bei einer Bestellung hat offenbar jemand vorsichtshalber gleich zwei Exemplare genommen. Entweder als Weihnachtsgeschenk oder für den Fall, dass das erste Buch nach dem Lesen nicht freiwillig wieder hergegeben wird.

Damit ist der August mein bisher mit Abstand stärkster Verkaufsmonat. Ausgerechnet der August, der eigentlich als einer der schwächsten Monate im Buchhandel gilt. Die Menschen liegen am Strand, sitzen im Biergarten, fahren in den Urlaub und geben ihr Geld normalerweise lieber für ein Eis aus, für dessen Preis man früher eine vierköpfige Familie eine Woche lang ernähren konnte. Mein Buch hat von diesem angeblichen Sommerloch offenbar nichts gewusst.

Von der geplanten Erstauflage mit 500 Exemplaren sind inzwischen bereits 273 Bücher verkauft. Das sind mehr als 54 Prozent der gesamten Auflage – obwohl das Buch noch nicht einmal gedruckt ist und erst im Dezember verschickt wird. Rein körperlich existiert es momentan also noch gar nicht. Es besteht aus Dateien, Zeichnungen, Papiermustern und meinem festen Versprechen, dass es tatsächlich irgendwann aus einer Druckmaschine herauskommt. 273 Menschen haben mir trotzdem bereits ihr Vertrauen geschenkt. Das ist schon ein ziemlich verrücktes und gleichzeitig wunderbares Gefühl.

Bestellt werden kann das Buch hier:

https://ddr20buch.de/

Das Buch wird es höchstwahrscheinlich ausschließlich über den Direktversand bei mir geben – nicht über den normalen Buchhandel und auch nicht über Amazon. Wer also später in eine Buchhandlung geht und nach „DDR 2.0 – Was wäre, wenn wir geblieben wären?“ fragt, wird vermutlich freundlich angesehen und anschließend zu den Büchern über deutsche Geschichte geschickt. Nur liegt mein Buch dort nicht, weil ich es direkt aus dem tiefen dunklen Wald verschicken werde.

Aktuell haben 25 Testleser die Möglichkeit, das komplette Buch vorab zu lesen. Sie sollen nach Unklarheiten, logischen Fehlern sowie Fehlern in Rechtschreibung und Grammatik suchen, die trotz Korrektorat noch überlebt haben. Fehler sind nämlich ausgesprochen widerstandsfähige kleine Biester. Man entfernt zehn und am nächsten Morgen sitzen plötzlich wieder drei an einer völlig anderen Stelle.

Vier Testleser haben die mehr als 500 Seiten bereits vollständig gelesen. Einer davon war sogar nach drei Tagen fertig. Entweder ist das Buch tatsächlich so spannend oder seine Familie hat ihn für diese drei Tage als vermisst gemeldet. Ich hoffe natürlich auf die erste Variante.

Die bisherigen Bewertungen sind durchweg positiv, und der Weiterempfehlungswert liegt aktuell bei 5 von 5 Punkten. Natürlich weiß ich, dass noch nicht alle Testleser fertig sind und es wahrscheinlich auch nicht alle bis zum Ende schaffen werden. Sie haben noch bis spätestens zum 15. September Zeit. Danach werde ich sämtliche Rückmeldungen auswerten und sinnvolle Änderungsvorschläge in das Originalmanuskript einarbeiten.

Unter anderem wurde eine Stelle gefunden, an der ein kurzer Absatz aus vier Wörtern genauso schon einmal an einer anderen Stelle des Buches vorkam. Das ist bei mehr als 500 Seiten nun wahrlich kein Drama und wäre den meisten Lesern wahrscheinlich nie aufgefallen. Ich werde mir beide Stellen trotzdem noch einmal in Ruhe ansehen und dann entscheiden, ob ich eine davon ändere. Genau für solche Hinweise gibt es schließlich die Testleser.

Auch die Vignetten sind mittlerweile fertig. Das sind die kleinen Zeichnungen, die am Anfang der einzelnen Kapitel stehen. Jedes Kapitel bekommt eine eigene Grafik, und alle Motive werden jetzt noch einmal final überarbeitet. Da meine persönlichen zeichnerischen Fähigkeiten ungefähr bei einem Haus mit vier Fenstern, einem Schornstein und einer lächelnden Sonne enden, habe ich mir bei der Erstellung vom Computer helfen lassen. Die Ideen und Motive stammen trotzdem von mir, und auch daran wurde wesentlich länger gearbeitet, als ein vernünftiger Mensch wahrscheinlich für angemessen halten würde.

Der Hauptentwurf für den Buchumschlag ist ebenfalls fertig. Ein Grafiker muss ihn anschließend noch an die genauen technischen Vorgaben der Druckerei anpassen. Allerdings darf ich den Umschlag vorher noch einmal grundlegend umgestalten.

Ursprünglich sollte Gregor Gysi auf dem Umschlag als winzige Figur bei einem Mai-Umzug zu sehen sein, wie er von einer Tribüne aus der vorbeiziehenden Menge zuwinkt. In meiner virtuellen Geschichte ist er schließlich Staatsratsvorsitzender der DDR geworden. Es ging also nicht um ein riesiges Porträt von ihm, sondern um eine kleine Figur innerhalb der gesamten dargestellten Szene. Da ich auf meine Anfrage trotzdem keine Rückmeldung erhalten habe, werde ich diese Variante nicht verwenden. Dass ein Politiker nicht antwortet, ist damit wahrscheinlich das realistischste Detail an meiner gesamten alternativen Geschichte.

Der bisherige Umschlag hatte mich bereits Dutzende Stunden Arbeit gekostet. Nun fange ich also noch einmal von vorn an. Andere Menschen lösen in ihrer Freizeit Kreuzworträtsel oder legen sich auf das Sofa. Ich gestalte eben zum zweiten Mal einen kompletten Buchumschlag. Jeder entspannt sich auf seine Weise.

Ja, bei der Gestaltung des Umschlags kam KI zum Einsatz. Bevor jetzt jemand denkt, ich hätte einen Knopf gedrückt, fünf Minuten gewartet und anschließend wäre der fertige Umschlag aus dem Drucker gefallen: So funktioniert es nicht. Bis ein Motiv genau so aussieht, wie man es haben möchte, wird geändert, verworfen, neu aufgebaut, wieder geändert und zwischendurch mehrfach laut darüber nachgedacht, ob man nicht doch lieber Briefmarken sammeln sollte.

Spätestens Mitte Oktober soll der endgültige Druckauftrag an die Druckerei gehen. Ende November sollen die Bücher bei mir eintreffen, damit sie im Dezember verschickt werden können. Die gesamten Druckkosten sind bereits gedeckt. Damit hätte ich zu Beginn ehrlich gesagt niemals gerechnet.

Eigentlich war eine Erstauflage von 500 Exemplaren geplant. Inzwischen überlege ich ernsthaft, ob ich die Auflage auf 1.000 oder sogar 2.000 Bücher erhöhe. Mein unternehmerischer Teil sagt: „Mach 2.000!“ Mein vernünftiger Teil fragt: „Und wo willst du die hinstellen?“ Der dritte Teil von mir hält sich aus der Diskussion heraus, weil er weiß, dass am Ende ohnehin wieder der Größenwahn gewinnt.

Selbst wenn bis zum Weihnachtsgeschäft vielleicht insgesamt 400 Bücher verkauft und verschickt sind, müssen die übrigen Exemplare fachgerecht gelagert werden. 2.000 Bücher sind schließlich keine drei Pakete, die man noch schnell hinter dem Sofa versteckt. Sie brauchen Platz, dürfen nicht feucht werden und sollten möglichst auch nicht als Beistelltisch, Treppenstufe oder zusätzliche Wärmedämmung verwendet werden. Eine größere Auflage ist deshalb nicht nur eine finanzielle Entscheidung, sondern auch eine logistische Angelegenheit.

Trotzdem bin ich mächtig stolz darauf, was aus dieser Idee inzwischen geworden ist. Ich habe hier wirklich fast alles selbst gemacht. Das erste Wort schrieb ich bereits vor fünf oder sechs Jahren. Danach habe ich die Weiterarbeit immer wieder hinausgezögert. Aus „Ich mache nächste Woche weiter“ wurde irgendwann „Ich mache nächsten Monat weiter“, und ein paar Jahre später saß ich noch immer vor demselben Manuskript. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass „demnächst“ kein verlässlicher Fertigstellungstermin ist.

Vom Schreiben über die Auswahl der Schrift, der Initialen und der Vignetten bis hin zur Gestaltung des Umschlags habe ich mich um nahezu alles selbst gekümmert. Ich bin bei diesem Projekt Autor, Verleger, Gestalter, Kontrolleur, Kundenbetreuer und demnächst vermutlich auch Lagerarbeiter und Versandabteilung. Unsere Betriebsversammlungen sind angenehm kurz, allerdings kommt es zwischen der Geschäftsleitung und dem einzigen Mitarbeiter regelmäßig zu Meinungsverschiedenheiten.

Von der Druckerei ließ ich mir verschiedene Papiermuster zusenden. Danach saß ich da, fasste Papier an, hielt es gegen das Licht, verglich die Oberfläche und tat irgendwann so, als hätte ich seit 30 Jahren nichts anderes gemacht. Andere Menschen verkosten Wein, ich prüfe inzwischen Papierstärken.

Auch die Bindung habe ich selbst ausgewählt. Es wird ein hochwertiges Hardcoverbuch im Offsetdruck. Zunächst hatte ich überlegt, zusätzlich einen Schutzumschlag anfertigen zu lassen. Nach Rückmeldungen anderer Selfpublisher habe ich mich dagegen entschieden. Gerade beim Direktversand kamen solche Schutzumschläge trotz sorgfältiger Verpackung häufig beschädigt beim Käufer an. Ein Schutzumschlag, der selbst erst einmal geschützt werden muss, hat seinen eigentlichen Beruf offensichtlich verfehlt.

Außerdem hatte ich einen Schutzumschlag in der bisherigen Werbung nie angekündigt. Es wird also ein hochwertiges Hardcoverbuch, aber bewusst ohne zusätzlichen Schutzumschlag.

Für den Vertrieb habe ich sogar einen eigenen Verlag gegründet: den 𝗢𝘀𝘁𝘇𝗲𝗶𝘁𝗲𝗻 𝗩𝗲𝗿𝗹𝗮𝗴. Ein großer Verlag hätte mich als unbekannten Autor vermutlich nie genommen. Vielleicht hätte sich ein kleiner Verlag gefunden, aber dort oder beim Verkauf über Amazon wären für mich möglicherweise nur zwei oder drei Euro pro verkauftem Exemplar übrig geblieben.

Natürlich kann man auch mit drei Euro pro Buch reich werden. Man muss dafür nur einige Millionen Exemplare verkaufen. Ich wollte mich bei meinem ersten Roman aber nicht unnötig unter Druck setzen.

Ganz ehrlich: Ich sehe es nicht ein, jahrelang an einem Buch zu arbeiten und anschließend mit ein paar Euro pro Exemplar abgespeist zu werden, während alle anderen Beteiligten daran verdienen. Wenn ich schon das gesamte Risiko trage und nahezu die komplette Arbeit selbst erledige, dann möchte ich auch selbst darüber entscheiden, wie das Buch hergestellt, verkauft und verschickt wird.

Ich weiß, dass 35 Euro für ein Buch in der heutigen Zeit viel Geld sind. Dafür bekommt man aber auch kein dünnes Taschenbuch mit 80 Seiten, das an einem Wochenende zusammengeschrieben und am Montagmorgen hochgeladen wurde. Es wird ein hochwertiges Hardcoverbuch mit mehr als 500 Seiten, im Offsetdruck hergestellt und mit einer eigenen Zeichnung zu jedem Kapitel.

Und weil der Buchmarkt inzwischen mit schnell produzierten KI-Büchern geradezu überschwemmt wird, sage ich es noch einmal ganz deutlich: Dieses Buch wurde nicht von einer KI geschrieben.

Das wäre bei einem derart umfangreichen Roman mit autobiografischen Zügen auch gar nicht möglich. Eine KI war bei meinem Leben schließlich nicht dabei. Sie weiß nicht, was ich erlebt, gesehen, gedacht und gefühlt habe. Manchmal weiß ich das selbst nicht mehr ganz genau – da wird es für einen Computer erst recht schwierig.

Das Korrektorat und das erste Lektorat habe ich allerdings mit Unterstützung von KI durchgeführt. Daraus mache ich auch kein Geheimnis. KI ist ein Werkzeug, aber kein unfehlbares Wesen. Gerade bei der Kommasetzung produzierte sie selbst einige Fehler. Deshalb habe ich anschließend eine spezielle Analyse vorgenommen und jede auffällige Stelle mit einem Werkzeug des Dudens noch einmal einzeln und händisch überprüft. Ich habe mich während dieser Arbeit wahrscheinlich länger mit einzelnen Kommas beschäftigt als in meinem bisherigen Leben mit manchen Menschen.

Dieser Beitrag soll gleichzeitig eine kleine Ermutigung für alle sein, denen schon seit Jahren eine Geschichte, eine Erinnerung oder eine Idee durch den Kopf geht: Schreibt sie auf und versucht, etwas daraus zu machen.

Niemand muss dabei den Weg wählen, den ich gegangen bin. Ich habe natürlich wieder die teuerste, aufwendigste und komplizierteste Variante genommen. Offsetdruck, Hardcover, eigene Zeichnungen, eigener Verlag, eigenes Testlesersystem, eigener Vertrieb und jahrelange Arbeit. Aber wie üblich kann ich offenbar nichts in einem normalen, überschaubaren Rahmen machen. Wenn schon, denn schon – und wenn es dabei unnötig kompliziert wird, fühle ich mich offenbar besonders wohl.

Man kann ein Buch auch wesentlich einfacher veröffentlichen. Man schreibt den Text, sucht sich einen Lektor und Korrektor oder überarbeitet ihn mit entsprechender Unterstützung und veröffentlicht das fertige Werk anschließend beispielsweise über Amazon. Die Vergütung ist dort vielleicht nicht besonders hoch. Wenn es einem aber hauptsächlich darum geht, das eigene Buch endlich einmal in den Händen zu halten und anderen zugänglich zu machen, kann das ein völlig vernünftiger Weg sein.

Gegebenenfalls bin ich auch bereit, bei einzelnen Fragen zu helfen. Wenn jemand an einem Buch arbeitet, das thematisch zur DDR, zu ostdeutscher Geschichte oder zu entsprechenden Erinnerungen passt, wäre möglicherweise sogar eine Veröffentlichung über meinen Ostzeiten Verlag denkbar.

Auch ein E-Book lässt sich vergleichsweise einfach herausbringen. Dafür habe ich mittlerweile sogar ein eigenes Testleser- und Vertriebssystem entwickelt. Aber dazu später mehr, sonst wird dieser Beitrag über mein Buch am Ende selbst noch länger als das Buch.

Heute freue ich mich erst einmal über den August: 82 Bestellungen, 83 verkaufte Bücher und insgesamt bereits 273 verkaufte Exemplare einer Erstauflage, die noch nicht einmal gedruckt wurde. Die Druckkosten sind bereits gedeckt, die ersten Testleser sind begeistert, und der Weiterempfehlungswert liegt aktuell bei 5 von 5 Punkten.

Ich bin ehrlich: Darauf bin ich verdammt stolz. Nicht nur wegen der Verkaufszahlen, sondern weil aus einer Idee, die jahrelang in meinem Kopf und auf meinem Computer herumlag, nun tatsächlich ein richtiges Buch wird. Ich habe es nicht nur angekündigt, sondern durchgezogen.

Und wenn ausgerechnet der angeblich so schwache August mein bisheriger Rekordmonat war, bin ich gespannt, was im Herbst und im Weihnachtsgeschäft noch passiert. Vielleicht bleibt es bei 500 Exemplaren. Vielleicht werden es 1.000. Vielleicht verliere ich endgültig den Verstand und bestelle 2.000.

In diesem Fall brauche ich allerdings nicht nur Leser, sondern wahrscheinlich auch noch eine Lagerhalle. 📚😂

𝗗𝗗𝗥 𝟮.𝟬 – 𝗪𝗮𝘀 𝘄ä𝗿𝗲, 𝘄𝗲𝗻𝗻 𝘄𝗶𝗿 𝗴𝗲𝗯𝗹𝗶𝗲𝗯𝗲𝗻 𝘄ä𝗿𝗲𝗻?
Ein alternatives Leben in einer DDR, die nie verschwand.
Erscheinung und Versand im Dezember 2026.

https://ddr20buch.de/


Veröffentlicht mit Welako

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Vender 273 ejemplares de 500 sin tener el papel impreso todavía sí que es una buena aventura. Llevar un libro de más de 500 páginas en el mochilo quita espacio para la ruta, pero seguro vale la pena para los trayectos largos. ¿Ese envío directo desde "el bosque oscuro" tiene alcance internacional?

Miren esto, vender 273 ejemplares de los 500 previstos sin tener el libro impreso todavía es increíble. Valió la pena la estrategia de preventa y el trabajo de esos 25 lectores cazando erratas en más de 500 páginas.

Achja , es gibt eine neue Verpackungsverordnung , die für Selbstverschicker anscheinend echt miese Veränderungen mitbrachte , aber das hast Du sicherlich auf dem Schirm ....