𝗝𝗘𝗧𝗭𝗧 𝗪𝗘𝗜𝗦𝗦 𝗜𝗖𝗛 𝗘𝗡𝗗𝗟𝗜𝗖𝗛, 𝗪𝗔𝗥𝗨𝗠 𝗜𝗖𝗛 𝗛𝗘𝗥𝗭𝗞𝗥𝗔𝗡𝗞 𝗕𝗜𝗡!
Manchmal muss erst etwas Einschneidendes geschehen, damit es einem wie Schuppen von den Augen fällt. Bei mir geschah es gestern Abend. Ich öffnete vollkommen ahnungslos den Kühlschrank – und wäre beinahe auf der Stelle zusammengebrochen.
Dort stand eine Flasche Cola Zero.
Nun muss ich dazu sagen: Ich trinke Cola Zero nicht, weil sie keine Kalorien hat, sondern weil sie mir tatsächlich schmeckt. Ja, ich weiß: Gift, Chemie, Süßstoff, wahrscheinlich leuchte ich inzwischen nachts und irgendwann wächst mir noch ein zweiter Kopf. Aber darum geht es hier überhaupt nicht. Denn diese Cola Zero stand nicht wie bei vernünftigen, wirtschaftlich denkenden Menschen in einer preiswerten Kunststoffflasche im Kühlschrank.
𝗦𝗶𝗲 𝘀𝘁𝗮𝗻𝗱 𝗶𝗻 𝗲𝗶𝗻𝗲𝗿 𝗚𝗹𝗮𝘀𝗳𝗹𝗮𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗱𝗮!
Mir wurde sofort schwindelig. Mein Kreislauf sackte ab, das Herz stolperte und vor meinem geistigen Auge erschien bereits mein himmelblauer Duschhocker, auf dem ich demnächst wohl rund um die Uhr sitzen muss. Ich setzte mich erst einmal hin und begann zu rechnen.
Ich beobachte die aktuellen Cola-Zero-Preise ungefähr so aufmerksam wie andere Menschen die Börsenkurse. Zwei-Liter-Flasche, Ein-Liter-Flasche, 1,25 Liter, Sonderangebot, Kunststoff oder Glas – ich kenne den Markt! Und deshalb wusste ich sofort: Der Inhalt in diesen vornehmen Glasflaschen kostet ungefähr 30 Prozent mehr.
Doch es kam noch schlimmer.
Das Anhängsel hatte nicht nur eine einzige Flasche gekauft. Nein, es war eine ganze Kiste! Sechs Flaschen! Sechs gläserne Denkmäler der finanziellen Verantwortungslosigkeit! Jede Flasche ungefähr 50 Cent teurer. Das sind insgesamt drei Euro, die hier völlig hemmungslos aus dem Fenster geworfen wurden.

𝗗𝗥𝗘𝗜 𝗘𝗨𝗥𝗢!
Allein beim Schreiben dieser Zahl bekomme ich schon wieder Herzschmerzen. Der Kreislauf verabschiedet sich erneut, und ich überlege ernsthaft, vorsichtshalber noch einen zweiten himmelblauen Duschhocker zu bestellen. Einen für die Dusche und einen für den Weg zum Kühlschrank, damit ich bei weiteren finanziellen Schreckensmeldungen wenigstens weich lande.
Jetzt weiß ich endlich, weshalb ich vor zehn Jahren herzkrank geworden bin. Nicht die Gene, nicht das Alter und auch nicht meine Lebensweise waren schuld. Es war die Freundin, die wahrscheinlich schon damals heimlich Geld zum Fenster hinausgeworfen hat. Hier mal 50 Cent, dort mal einen Euro – und nun gipfelt diese jahrzehntelange Verschwendungssucht in einer kompletten Kiste Cola Zero in Glasflaschen.
Drei Euro mehr für denselben Inhalt! Dafür hätte man früher beinahe ein kleines Einfamilienhaus bekommen. Zumindest nach den Erzählungen mancher Leute auf Facebook.
Das wirklich Gemeine an der Sache ist allerdings: Die Cola Zero aus der Glasflasche schmeckt tatsächlich besser als ihr Gegenstück aus der Kunststoffflasche. Und genau darin liegt die perfide Strategie des Anhängsels. Erst ruiniert sie mich finanziell, dann gewöhnt sie mich geschmacklich an die gehobene Gesellschaft. Das ist ungefähr so, als hätte ich mein ganzes Leben Rotkäppchen-Sekt getrunken und plötzlich stellt mir jemand Dom Pérignon hin. Danach soll man gefälligst wieder zurück zum Sonderangebot aus dem Getränkemarkt finden.
Man stelle sich diese Belastung einmal vor: Ich trinke etwa alle zwei Tage eine Flasche. Das wären durchschnittlich 25 Cent Mehrkosten pro Tag. 25 Cent! Hochgerechnet auf einen Monat sind das mehrere Euro. Auf ein Jahr möchte ich es gar nicht ausrechnen, weil ich meine restliche Lebenserwartung nicht durch einen weiteren Herzkasper unnötig verkürzen will. Da kann ich bald Privatinsolvenz anmelden, das Haus verkaufen und mit meinem himmelblauen Duschhocker unter eine Brücke ziehen.
Kurzzeitig hatte ich überlegt, eine Spendenaktion zu starten. Vielleicht würden wir gemeinsam wenigstens die 25 Cent für gestern und die 25 Cent für heute zusammenbekommen. Aber dann schreibt garantiert wieder jemand: „Der Kerl bettelt schon wieder!“ Darüber rege ich mich anschließend dermaßen auf, dass ich erneut einen Herzkasper bekomme. Am Ende kostet der Rettungswageneinsatz mehr als die Cola, und damit wäre überhaupt nichts gewonnen.
Ihr könnt aber ruhig in die Kommentare schreiben, was das Anhängsel für eine böse Zeitgenossin ist. Einen finanziell dermaßen zu ruinieren und gleichzeitig den Geschmack auf ein Niveau zu heben, das man sich eigentlich gar nicht leisten kann, ist schließlich psychologische Kriegsführung.
Ich muss mich jetzt erst einmal wieder hinlegen. Allein die Erinnerung an diese drei herausgeworfenen Euro hat mich körperlich und seelisch vollkommen erschöpft. Vielleicht schlafe ich eine Stunde. Und wenn ich wieder aufwache, trinke ich aus Protest noch eine Cola Zero.
Natürlich aus der Glasflasche.
Man muss dem finanziellen Untergang schließlich mit Würde begegnen.
Veröffentlicht mit Welako
Me hizo reír esa foto de la caja con seis botellas de vidrio, ¡casi como encontrar una tienda de souvenirs en medio de la ruta! Cada botella sumó 50 centavos, lo que eleva el presupuesto a 3 € y me recuerda siempre chequear los precios antes de empacar. ¿Te pasó algo similar en alguna aventura de mochilo?
Miren esto, esas seis botellas de vidrio brillan como luciérnagas en la nevera, ¿alguna vez probaste una Cola Zero en botella de vidrio aquí en Paraguay? Increíble cómo un pequeño 3 € puede convertir la tarde en una novela de drama financiero.
muss grade voll lachen
schick her,ich prüfe das mal genau :-)
3,- ist hochgerechnet wenn man das dann tun kann,eine halbe mille,irgendwann
jawoll,dass wäre ihr haus gewesen
nun musst du es irgendwie verkraften
ich teste gerne :-)